Erdgasfeld im Ostallgäu

Seit Wochen wird im Ostallgäu nach Erdgas gebohrt.


Experten vermuten dort ein riesiges unterirdisches Feld mit 3,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Mitten zwischen Allgäuer Kühen und den sanften Hügeln des Voralpenlandes erhebt sich ein 55 Meter hoher Metallturm. Ein Bohrturm, der das Ostallgäu an dieser Stelle ein wenig wie Texas erscheinen lässt. Zwar wird hier nicht nach Erdöl, sondern nach Erdgas gebohrt. Aber auch das ist deutlich zu hören. Der Motor hoch oben auf dem Turm läuft träge an, die jeweils 30 Meter langen Bohrstangen werden verschraubt und in die Tiefe gefahren. Zweieinhalb Kilometer geht es hinunter in den Untergrund. Nach wochenlangen, aufwendigen Bohrungen in der Nähe der Ostallgäuer Gemeinde Rückholz sind die Tiefenbohrexperten jetzt fast am Ziel. Vermutet wird nach mehreren Millionen Euro teuren Vorerkundungen ein riesiges unterirdisches Erdgasfeld mit rund 3,2 Milliarden Kubikmetern Gas.

Inzwischen wurde die endgültige Tiefe von gut 2500 Metern erreicht. Schon in den nächsten Tagen sollen ausführliche Laboruntersuchungen zeigen, ob die viel versprechenden Prognosen zutreffen. "Ein Riesenaufwand wird hier bei Rückholz betrieben", sagt der Verantwortliche der Bohrabteilung des Erdgaskonzerns OMV, Peter Zehetleitner. Das österreichische Unternehmen hat die Lizenz zum Bohren für diese Region erworben. Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Jahren im Allgäu 45 Millionen Euro in Erdgasbohrungen investiert, davon alleine in Rückholz rund fünf Millionen. Prinzipiell liegt nach umfassenden seismischen Erkundungen die Wahrscheinlichkeit, dass dort unten Erdgas gefunden wird, bei 23 Prozent.

Doch an der Bohrstelle ist die Zuversicht groß, dass es ein Volltreffer werden könnte. Die Experten suchen nach Hügeln in der Tiefe, nach Erdgasspeichern im Untergrund bei 2000 bis knapp 3000 Metern. Die sanften Allgäuer Hügel, für die die Urlaubsregion bekannt ist, haben damit geologisch nichts zu tun, sie haben ihren Ursprung in früheren Gletscherverschiebungen.

Der Österreicher Christian Astl, Experte von der beauftragten Spezialfirma, berichtet davon, dass bereits etwas Gas ausgetreten sei, gleichwohl könne man erst nach Abschluss der Laboruntersuchungen endgültig sagen, wie groß das nutzbare Vorkommen wirklich sei.

Würde tatsächlich ein 3,2 Milliarden Kubikmeter großes Erdgasreservoir hier erschlossen, wie es sich alle an den Bohrungen Beteiligten erhoffen, wäre das eine durchaus beachtliche Größe. Zum Vergleich: In Bayern verbrauchen die Haushalte jährlich rund 3,8 Milliarden Kubikmeter Gas, wie der Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft vorrechnet.

Bundesweit liegt der Erdgasverbrauch bei 105 Milliarden Kubikmetern. Dem Rückholzer Bürgermeister Xaver Boos (CSU) zufolge ist die Zustimmung in der Bevölkerung groß, obwohl jeder in der Gemeinde wisse, dass es keinen Goldrausch in Sachen Erdgas geben wird. Bodenschätze gehörten dem Freistaat und der vergebe die lukrativen Lizenzen. "Aber wir müssen auch die eigenen Energiequellen im Land erschließen, da können wir nicht rein kommunal denken", sagt der Rathauschef.

KLAUS WITTMANN, DDP

Infoquelle: hnp-online.de

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